Voraussetzung Nummer eins ist ein TV-Gerät mit dem Logo „HD ready“, bzw. „Full HD“. Voraussetzung Nummer zwei sind Sendestationen, die HD-Programme ausstrahlen. Bayerns Ministerpräsident Edmund Stoiber drückte bei einer großen Medienveranstaltung im Herbst 2005 in München den roten Knopf und startete damit das HD-Programm von SAT 1 und Pro 7. Auf Sendung geht außerdem seit gut einem Jahr der belgische Kanal HD1, der ein vier-Stunden-Programm mehrere Male am Tag wiederholt. Doch das alles beantwortet nicht die Frage, was ist neu an HDTV? Nur die scharfen Bilder? Das wäre zu wenig.

Mit HDTV nehmen wir, das Fersehvolk, Abschied von den wesentlichen Eigenschaften des heutigen Fernsehens:
der Kleinheit und der Detailarmut des Bildes. Der Sprung vom datenarmen Pantoffelkino zum detailreichen und grossen HDTV-Bild bedeutet, dass alle heutigen Sendeformen – soweit sie sich dem neuen Medium anpassen können – direkter, unmittelbarer werden, denn ein HDTV-Bild bedeutet ein Mehr. Bei einem 16:9 Bild ein Mehr an Bild- fläche und eine fünffach höhere Detailwiedergabe. Dies erfordert, dass Regisseur und Kameramann die Fernsehbilder anders als bisher gestalten müssen.

Unser Standardfernsehen sucht Zuflucht bei Großaufnahmen, um die technischen Unzulänglichkeiten der existierenden TV-Systeme wie PAL/SECAM oder NTSC zu umgehen. Das neue Fernsehsystem aus dem All bietet dem Zuschauer den Schritt von der Television zur Telepräsenz; ein intensives „Dabeisein“ ohne Stress, bei gleichzeitiger stärkerer emotionaler Beteiligung als es bisher der Fall war.